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Herausforderndes Verhalten bei Autismus verstehen

Herausforderndes Verhalten bei Autismus verstehen

Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und der Umgang mit herausforderndem Verhalten 

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung, die sich individuell sehr unterschiedlich auswirken kann. Sie beeinflusst die Kommunikation, soziale Interaktion, sensorische Wahrnehmung und das Verhalten der Betroffenen. Eine der größten Herausforderungen für Betreuungspersonen ist der Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen wie Beißen, Kratzen und autoaggressiven Handlungen. 

Obwohl es zahlreiche bewährte und wissenschaftlich fundierte Methoden zur Verhaltenssteuerung gibt, können schützende Maßnahmen wie die BitePRO® bissfeste Schutzkleidung eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Sie bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene und ein beruhigendes Gefühl für Betreuer und Betroffene. 

Dieser Artikel vermittelt ein Verständnis für herausforderndes Verhalten bei Autismus, seine Auslöser, bewährte Interventionsstrategien und die Rolle von bissfester Schutzkleidung (hergestellt aus BitePRO®-Gewebe) als sinnvolle Ergänzung professioneller Methoden und Betreuungspläne.

Herausforderndes Verhalten bei Autismus


Herausfordernde Verhaltensweisen sind Handlungen, die sich selbst, anderen oder Gegenständen schaden können und den Alltag erheblich erschweren. Diese Verhaltensweisen entstehen nicht zufällig, sondern haben oft eine bestimmte Funktion: sie können als Ausdruck von Kommunikationsbedürfnissen, zur Bewältigung sensorischer Reize oder als Reaktion auf Angst auftreten. 


Häufige Formen herausfordernden Verhaltens: 

  • Beißen: gegen sich selbst oder andere gerichtet, oft als Reaktion auf Frustration, sensorische Bedürfnisse oder Kommunikationsschwierigkeiten.
  • Kratzen: selbst- oder fremdgerichtet, oft in Momenten großer Anspannung.
  • Schlagen oder Treten: eine körperliche Reaktion auf überwältigende Emotionen oder Umweltstressoren.
  • Autoaggression: z.B. Kopfstoßen, Haare ausreißen oder sich selbst beißen.
  • Wutanfälle: emotionale Ausbrüche mit Schreien, Weinen oder körperlicher Aggression.
  • Fluchtverhalten: Davonlaufen aus sicheren Umgebungen, oft bedingt durch sensorische Überlastung oder das Bedürfnis nach Isolation. 


Die Ursachen und Auslöser dieser Verhaltensweisen können vielfältig sein: 

  • Kommunikationsbarrieren: eingeschränkte sprachliche Fähigkeiten führen dazu, dass Bedürfnisse durch Verhalten ausgedrückt werden.
  • Sensorische Überlastung: grelles Licht, laute Geräusche oder bestimmte Texturen können eine überfordernde Reaktion auslösen.
  • Emotionale Herausforderungen: Schwierigkeiten in der Emotionsregulation können zu aggressivem oder autoaggressivem Verhalten führen.
  • Körperliches Unwohlsein: Schmerzen, Hunger oder Müdigkeit können solche Verhaltensweisen begünstigen.
  • Veränderungen im Alltag: unerwartete Abweichungen von der gewohnten Routine können Stress und problematische Reaktionen hervorrufen. 

Laut einer in Pediatrics (2023) veröffentlichten Studie zeigen etwa 30 % der Kinder mit Autismus in ihrer Entwicklung autoaggressive Verhaltensweisen wie Beißen oder Kratzen. 
 

Bewährte Strategien zur Verhaltenssteuerung 

Wichtig ist zu betonen, dass BitePRO®-Schutzkleidung keine Alternative zu therapeutischen Maßnahmen ist, sondern als zusätzlicher Schutz für Betreuende, Lehrkräfte und betroffene Personen dient. 
 

1. Funktionale Verhaltensanalyse (FBA) 

Die FBA ist eine strukturierte Methode zur Identifizierung der Ursachen herausfordernden Verhaltens. Durch ein tiefgehendes Verständnis des "Warum" können gezielte Interventionsmaßnahmen entwickelt werden. 

  • Ermittlung von Auslösern: welche Situationen oder Umweltfaktoren lösen das Verhalten aus?
  • Analyse der Funktion: dient das Verhalten der Kommunikation, Vermeidung oder sensorischen Regulation? 

Beispiel: wenn ein Kind während Übergängen zwischen Aktivitäten beißt, könnte dies auf Ängste hindeuten. Eine visuelle Strukturierung könnte helfen, diesen Stress zu reduzieren. 


2. Angewandte Verhaltensanalyse (ABA) 

Die Applied Behaviour Analysis (ABA) ist eine der am besten erforschten Methoden zur Verhaltenssteuerung bei Autismus. Sie nutzt positive Verstärkung, Kompetenzaufbau und Verhaltensersatz, um langfristige Verbesserungen zu erzielen. 

  • Positive Verstärkung: wünschenswertes Verhalten wird belohnt.
  • Kompetenzaufbau: Kommunikationsalternativen wie visuelle Hilfsmittel werden vermittelt.
  • Verhaltensersatz: schädliche Verhaltensweisen werden schrittweise durch sichere Alternativen ersetzt. 


Wirkung von ABA auf herausforderndes Verhalten: 

Laut einer Studie der Action Behavior Centers (2021) ergaben sich nach 27 Monaten ABA-Therapie folgende Verbesserungen: 

  • Aggressives Verhalten reduzierte sich um 92 %.
  • Fluchtverhalten nahm um 74 % ab.
  • Sachbeschädigungen reduzierten sich um 97 %.
  • Autoaggressionen verringerten sich um 59 %. 

Die größten Fortschritte (82 %) wurden in den ersten 12 Monaten erzielt, was die Bedeutung früher Interventionen unterstreicht.

Trotz der Effektivität von ABA gibt es auch Kritik, insbesondere hinsichtlich des Fokus auf Konformität. Moderne ABA-Ansätze setzen daher verstärkt auf Empathie, Zusammenarbeit und individuelle Bedürfnisorientierung. 
 

Schutzkleidung als sinnvolle Ergänzung 

Während therapeutische Strategien langfristige Veränderungen bewirken, kann BitePRO®-Schutzkleidung eine direkte Schutzfunktion für Betreuer und Betroffene bieten. Beispielsweise können bissfeste Armschützer für Lehrkräfte helfen, Verletzungen durch Beißen oder Kratzen zu minimieren. So können sich Fachkräfte besser auf die Unterstützung der Betroffenen konzentrieren. 

       Marie, Risiko- und Gesundheitsmanagerin bei einem führenden deutschen Pflegeanbieter, bestätigt:

"BitePRO®-Produkte schützen unser Team vor Bissen und Kratzern, damit sie sich voll und ganz auf die Betreuung der Menschen konzentrieren können."

Fazit 

  • Herausforderndes Verhalten wie Beißen und Kratzen dient oft einem bestimmten Zweck und sollte verstanden, nicht nur unterdrückt werden.
  • Wissenschaftlich fundierte Methoden wie ABA, FBA und Kommunikationshilfen sind entscheidend für eine nachhaltige Verhaltensbewältigung.
  • Bissfeste Kleidung bietet zusätzlichen Schutz und Sicherheit in risikoreichen Situationen. 

Jeder Mensch mit Autismus ist einzigartig. Der Umgang mit herausforderndem Verhalten muss an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Ein umfassender Unterstützungsplan, der Verhaltensinterventionen, Umweltanpassungen und Schutzmaßnahmen wie bissfeste Kleidung kombiniert, kann sicherere und unterstützendere Umgebungen für Betroffene, ihre Familien und Betreuungspersonen schaffen.


Quellen:

  • American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5®).
  • Dawson, G., & Bernier, R. (2013). A Developmental Perspective on Autism.
  • Schopler, E., Van Bourgondien, M. E., Wellman, G. J., & Love, S. R. (2010). The TEACCH Approach to Autism Spectrum Disorders.
  • Remschmidt, H., & Kamp-Becker, I. (2018). Autismus-Spektrum-Störungen: Ursachen, Diagnostik, Therapie und Förderung.
  • Bundesverband Autismus Deutschland e.V. (2021). Autismus verstehen und begleiten.


Weiterführende Literatur:


Über den Autor

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20.2.2025